Abwurfstangen liegen dort, wo die Tiere das Winterende verbringen. Kennst du ihre Gewohnheiten im Winter, findest du Geweihe weit häufiger als jemand, der planlos umherläuft. Hier steht, wo du suchen solltest und wie du das Gelände absuchst.
Beginne mit dem Wintereinstand
Am Ende des Winters sparen Hirsche und Elche Energie. Sie bleiben dicht beieinander auf kleinen Flächen mit Nahrung und Deckung. Solche Orte sind:
- Südhänge: Der Schnee schmilzt dort am schnellsten, und die Sonne wärmt sie. In den Bergen bilden sie den Kern des Wintereinstands.
- Ränder von Wiesen und Feldern neben dem Wald: Die Tiere äsen dort nachts und verbringen den Tag in nahen Dickungen.
- Täler mit Bächen: Wasser, Gebüsch und Windschutz.
- Jungbestände und Dickungen: Tageseinstände. In Polen sind viele davon Wildruhezonen (ostoje) oder Pflanzungen mit einem Betreten-verboten-Schild. Such deshalb an ihren Rändern und nicht im Inneren.
Wechsel und Hindernisse
Eine Stange lockert sich, bevor sie abfällt, und löst sich mit einem Ruck. Gute Orte sind daher dort, wo das Tier springt oder sich duckt:
- Übergänge über Gräben, Bäche und niedrige Zäune,
- umgestürzte Bäume quer über einem Pfad,
- steile Ufer, über die Tiere zum Wasser gelangen,
- schmale Landengen zwischen Seen oder Mooren.
Ausgetretene Pfade zwischen Ruhe- und Äsungsflächen sind die besten Linien zum Abgehen. Geh entlang davon, aber ein paar Meter seitlich, damit du auf dem Pfad selbst keinen Geruch hinterlässt.
Futterstellen und Wildäcker
In Polen füttern Jagdvereine das Wild im Winter und legen Wildäcker an. Die Tiere besuchen sie regelmäßig, daher liegen Abwurfstangen oft in der Nähe. Es sind aber auch die Orte, an denen die Tiere am empfindlichsten sind. Geh nicht hin, wenn du Tiere oder frische Spuren siehst, und halte dich nicht an einer Futterstelle auf. Ein Jagdverein möchte Fremde an seinen Futterstellen vielleicht schlicht nicht haben, deshalb lohnt sich die Nachfrage.
Wann du losgehen solltest: nach der Schneeschmelze
Der beste Zeitpunkt sind die ersten Tage nach dem Abtauen des Schnees nach einem schneereichen Winter. Der Schnee hat die Tiere auf kleinen Flächen gehalten, daher liegen die Stangen gebündelt. Der Boden ist noch flach und braun, das Gras ist noch nicht gewachsen, und die Geweihe sind frisch und dunkel. Jede Woche Verspätung bedeutet mehr Konkurrenz, mehr Gras und mehr angenagte Stangen, denn Nager nagen Geweih wegen des Kalziums.
Nach einem Winter ohne Schnee verteilen sich die Tiere stärker, und die Stangen liegen verstreut. Die Suche dauert dann länger.
So gehst du das Gelände ab
- Geh langsam. Die meisten Stangen werden aus Eile übersehen. Schritttempo ist schon zu schnell.
- Such nach einer Form, nicht nach einem ganzen Geweih. Oft siehst du nur ein gebogenes Stück Stange, eine weiße Spitze eines Endes oder die Rose an der Basis.
- Arbeite in Streifen. Decke das Gelände in parallelen Streifen im Abstand von 10 bis 20 Metern ab, je nach Sicht.
- Benutze ein Fernglas. Auf offenen Hängen und Wiesen spart es Stunden des Laufens.
- Schau mit und gegen die Sonne. Tiefes Morgen- und Abendlicht hebt Formen hervor, und mittags glänzen die Geweihe.
- Such nach der ersten Stange die zweite. Durchsuche einen Kreis von ein bis zweihundert Metern entlang der Pfadlinie.
Wind und Tiere
Sind noch Tiere in der Gegend, geh nicht in ihr Revier. Halte den Wind im Gesicht. Dann können die Tiere dich nicht wittern und laufen nicht weg. Siehst du Tiere, zieh dich zurück und komm später wieder. Flucht kostet sie Energie, von der sie am Winterende wenig haben. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Ethik der Abwurfstangensuche.
Was du mitnehmen solltest
- Ein Fernglas, um Wiesen und Hänge aus der Ferne abzusuchen.
- Eine Offline-Karte mit den Grenzen von Parks, Reservaten und Militärgebieten.
- Einen Rucksack mit Riemen oder eine Schnur, denn ein Paar großer Stangen von Rothirsch oder Wapiti wiegt mehrere Kilogramm und hat scharfe Enden.
- Eine leuchtende Weste oder Mütze, damit Jäger dich schon von weitem sehen.
- Ein Notizbuch oder ein Handy, um festzuhalten, wo und wann du jede Stange gefunden hast.
Sicherheit
- Jagd: In Polen werden Wildschweine das ganze Jahr bejagt, und die Jagdzeit auf Rothirsche läuft im Februar noch. Trage eine leuchtende Weste und meide Gebiete mit Treibjagden.
- Zecken: Sie sind ab dem zeitigen Frühjahr aktiv. Kontrolliere dich, wenn du nach Hause kommst.
- Orientierung: Die Suche nach Abwurfstangen findet abseits der Wege statt, da verläuft man sich leicht. Nimm eine Offline-Karte mit den Grenzen von Parks und Reservaten mit.
- Kampfmittel: Auf ehemaligen Truppenübungsplätzen, etwa in der Niederschlesischen Heide, heb keine Metallgegenstände auf.
- Tote Wildschweine: In Polen meldest du sie wegen der Afrikanischen Schweinepest dem Kreistierarzt oder dem Forstamt. Fass sie nicht an.
- Westliche USA: Nimm Wasser mit, beobachte das Wetter und rechne im Mai in Hochlagen mit Schlamm und Schneewehen.
Wohin du gehen kannst
In Polen leben die meisten Rothirsche in großen Wäldern: in den Bieszczady, den Niederen Beskiden, der Niederschlesischen Heide und den Wäldern an Notec und Drawa. Elche gibt es vor allem in Podlachien, in den Janower Wäldern und rund um Kampinos. In den USA sind die klassischen Gebiete die Wintereinstände der Wapitis in Wyoming, Colorado, Montana, Idaho und Utah. Die Liste der Orte mit Prognose findest du auf der Seite Prognose für Abwurfstangen. Prüfe immer die Grenzen von Nationalparks und Reservaten, denn dort ist das Sammeln von Geweihen verboten.
Quellen
- Polnisches Waldgesetz, konsolidierter Text Dz.U. 2024 Pos. 530 (auf Polnisch)
- Art. 15 des polnischen Naturschutzgesetzes (auf Polnisch)
- Idaho Fish and Game, Regeln 2026 (Hinweise für Abwurfsucher, auf Englisch)
- Utah DWR, Antler gathering (auf Englisch)
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